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Eine kleine Schlagzeuggeschichte – oder auch: Immer noch kein TAMA
So einfach wird das nicht: nun könnte man – also ich! – in kurzen Sätzen erzählen, was man (also: ich) seit wann, warum, wie (und vor allem wie lang ...) spielt (also: spiele), ohne dafür Geld zu bekommen. Wir alle sind die wahren Werbestars! Nein, nein, das wird nicht bzw. nicht in dieser Form passieren. Nichts ist langweiliger als ellenlange Huldigungen irgendwelcher Schlagwerker. – Und dementsprechender werbewirksamer Tätigkeiten, für die man nicht bezahlt wird!
Gut, soweit die Theorie – kommen wir zur Praxis: praktisch war das erste Instrument, auf dem ich, mit der Absicht Schlagzeug zu spielen, herumtrommelte, ein oder zwei Regalbretter aus einem undefinierbaren Material. Nicht Ikea! Zu der Zeit gab es keine importierten Elchsofas, Fiklampas und sonstige Artikel, bei deren Namen einem entweder schlecht wurde oder man stundenlang brauchte, um dem Neffen oder der Nichte diese Wörter zu erklären.
Diese, also die Bretter, haben natürlich nicht lange gehalten. Also her mit allem, wo man drauf kloppen kann (nicht der Bruder – nein, nein!) und lang genuch hält, bis der ersehnte Tag kommt (ich wusste gar nicht, dass es diesen Tag gibt, noch, dass er kommt).
Laufe, ich denke im Nachhinein total unbewusst, durch ein Kirchengemeindehaus – wo sonst würden Bands proben, an Bunker gab es noch keine Gedanken – und höre Musik. Ich glaubte das zumindest.
„Eh – willst’ ma’ spielen?“ Stefan Hüfner machte mir damals bewusst: wenne’ Schlagzeug spielen willst – dann auf TAMA!
Also war schon der erste Sponsorvertrag klar: ... et wird TAMA sein ... wenn ich mal Geld hab’… (Musiker, vor allem Schlagzeuger: Geld! – HaHa!!). Über das Spielen hab’ ich mir erstmal keine Gedanken gemacht. Dachte: geht von selber. Aber eben dieser Stefan Hüfner brachte mir bei, dass es nun nicht so geht! Aber eben auch wie es geht, zwar nicht lang, aber ich denke genug, dass ich irgendwann gesagt habe: ... den Rest mach’ ich selber.
Nur der Vertrag mit TAMA kam irgendwie nicht zustande, also musste eine Konfirmation her. Wenn schon die Industrie mein Genie nicht erkennt, dann wenigstens meine Verwandtschaft! Diese tat das in Form eines gewissen Geldbetrages, der wie bei vielen Anderen im ersten Schritt des Konsums von Instrumenten in den Händen eines gewissen (hat in dem Fall nichts mit dem groß geschriebenen Wort zu tun – er möge mir verzeihen – Gott habe in selig) Kopperschmidt landete und den Namen „ROCKY“ trug.
„ROCKY“ war blau hatte eine PEARL-artige (immer noch kein TAMA-Sponsoring) Tomhalterung und die Maße 12“, 13“, 16“, 22“ wie auch eine Metall-Schnarre.
Diese blaue außen aufgeklebte Folie hatte auch Bestand, bis ich in einer Holzhandlung (Schlagzeuge baut man aus Holz) eine Lehre und die Bekanntschaft mit Holzfurnier machte. Folie ab – glatt geschliffen – Furnier drauf – fertig – klingt!
Dachte ich, aber immer noch kein TAMA.
Hier machte mich schon damals die PEARL-artige Tomhalterung wahnsinnig. Keine vernünftige Positionierung möglich!
Aber ein sehr schönes Set – ja, mittlerweile durfte ich schon mein Schlagzeug ‚Set’ nennen. Das ist so ähnlich wie: ab wann darf man ‚Pasta’ sagen und nicht mehr ‚Nudeln’?!?
Aber eines war mir seit meinen ersten Trommelversuchen immer klar: auf den Becken ... äh ja, Becken!?
Meinen Onkel stellte ich mal vor ein echtes Problem. Ich wünschte mir ein Becken zu Weihnachten. Woher soll jemand, der keine Ahnung von der Materie hat, wissen, was ein Becken ist ...?!? Also ab zum Chirurgen: ... Guten Tag. Mein Neffe hätte gern zu Weihnachten ein Becken. Der überreichte ihm, zum Verdruss meines Onkels, mein allererstes Becken!
PAISTE Formula 602, 13“ Thin Crash! … – … Booooaaahhh!!!
Die Lebenszeit meines ersten Beckens lag nun nicht am 602 selbst, sondern eher daran, dass ich zumindest noch nicht in der Lage war dynamisch („Ich spiel doch schon so laut ich kann!“) zu spielen.
Aber eines war klar: PAISTE und TAMA musste es sein!
Nicht, dass jemand auf die Idee kommt, nur weil ein gewisser Copeland und die Musik, die er spielte, irgendwas mit meinem Verlangen nach Sponsorverträgen mit PAISTE und TAMA zu tun haben könnte. Lachhaft und vermessen!
Nein es war die Standfestigkeit und die gute Verarbeitung der Produkte, als auch der Sound der so klingen sollte, wie bei den Großen.
So kam es, dass ich zu meinem neuen Dealer (geiles Wort) gefahren bin, um mir meine erste richtige Snare zu kaufen. Ich habe sie geliebt! TAMA Mastercraft mit Pseudo-Parallelabhebung. 14“, 6½“. Ein geiles Teil, welches mir irgendwann 1996 dann geklaut werden sollte.
Viel Zeit verging und viele Drums wurden gebaut und verhauen, nur nicht von mir. Nach diversen Versuchen, musikalisch erfolgreich zu sein, ging ich vorerst einmal auf die andere Seite der Bühne– nämlich zum Pult. Aber das ist eine andere Geschichte. Also weiter Musik – denn wer einmal … (undsoweiter, undsoweiter ...)
Da aber mein altes selbstfuniertes Set langsam, aber sicher den Geist aufgab, musste ein anderes, neues her. Und da stand es, in Oberhausen. Toll: ein Schlagzeug aus Oberhausen! Aber es gab eine Zeit, da kamen die Drums aus Oberhausen. Und das hieß:
PEARL CZX mit Rack und allem Schnick und Schnack: 10“, 12“, 14“, 16“, 22“ – alles mit Rims und echt ein Superteil! Bis auf die Tatsache, dass sich seit meiner ersten Begegnung mit PEARL nichts an der sch.... Tomaufhängung geändert hatte.
Die Tomhalterungen waren zu lang für das Rack. Dauernd machte ich mir Macken in die Kessel. Und die Stimmschrauben lösten sich beim Gig. Damals war meine Hauptsnare die oben erwähnte TAMA Mastercraft. So ganz nebenbei dem Set stand dann noch der Tod für jede Rockband und deren Ohren: YAMAHA SD 493 (ist, glaube ich, der korrekte Name) – die geilste Piccolo auf Erden. Aber eben zu laut, also wurde sie verkauft. Wird aber seitdem von einem begnadeten Drummer gepflegt und sehr schön gespielt. Ich glaube, da gehörte sie immer hin. Ach ja!
Tja, wo wir beim Verkaufen sind. Da man, vor allem Frau, ja keine Drums essen kann, musste auf kurz oder lang auch das PEARL in die Konkursmasse. Das Set erfreut sich aber vollster Gesundheit und manchmal darf ich es sehen, wenn „Der Dicke“ spielt.
Tja, da wären wir nun: ohne Schlagzeug, ohne Snare. Aber mit Band! Und die Band hat ’nen Sänger, der hat’n Schlagzeug! Und nun geht`s los!
Meine Bekanntschaft mit einer Marke die mir noch viele Löcher in meine Auszüge machen sollte: … YAMAHA …
Ein geiles Set! 12“, 13“, 16“, 22“ in weiß. Es war irgendeine Sonderserie. Kein Tour Custom. Kein Recording oder so. Aber einfach so geil! Stimmstabil ohne Ende uswuswuswusw.!
Die Stimmstabilität diese Sets ging so weit, dass Klimawechsel (kalter feuchter Proberaum – warmes Auto – trockene, sehr warme Bühne) keine Probleme darstellten.
Nach einigen Versuchen zu früherer Zeit, Becken diverser Hersteller auszuprobieren, blieb doch immer die eine Wahl: nämlich PAISTE. Aus finanziellen Gründen (kein Vertrag mit PAISTE) war die Serie 505 immer die beste Variante im Preis-Leistungs-Dschungel. So kommt es, dass seit 1984 immer noch die gleiche HiHat links neben mir ihren Platz findet: PAISTE 505 Sound-Edge, 14“. Eigentlich mein ältestes Instrument. Bis jetzt gab es noch keinen Grund, diese HiHat zu wechseln, zumal es auch immer eine Geldfrage ist. Jedenfalls hat sich die Sound Edge bei allen Studio-Sessions bisher als sehr nützlich erwiesen, da sie nicht so laut ist und sich in einem angenehmen Frequenzspektrum befindet. Gerade auch wegen der fast gleichen Materialien wie die anderen Becken, die mittlerweile bis auf wenige Ausnahmen aus der 2002er PAISTE Serie sind: Crash 14“, 16“, 18“, Ride: 20“ Power Ride. Aus der Alpha Serie ein 10“ Splash. Weitere kleine Accent-Becken und Bar-Chimes runden das Bild ab.
Aber kehren wir zurück zum Holz. Das Thema Snare wurde ja schon vorhin behandelt. Nachdem mir also im Jahre 1996 meine geliebte TAMA Snare geklaut wurde, musste eine Neue her. Also ab zum Dealer, in dem Fall Professional Equipment in Ratingen. Und so geht ein Snarekauf (!!!!):
Sehen – anfassen – drauf spielen – verlieben – Preis fragen – laut lachen – nochmal fragen – schlucken – verschulden!
Ein echtes Sahneteil YAMAHA Maple, 4½“ mit vergoldeten Mechaniken, eine von 1000 Stück weltweit. Nach einigen Jahren stellte sich aber heraus, dass Einzelböckchen nicht immer die beste Variante sind. Eine regelmäßige Kontrolle der Schrauben ist unerlässlich, als auch eine Überprüfung der Stimmung. Da mir nie jemand gezeigt hat, dass man auch ohne den Rand schöne Sounds aus einer Snare bekommt, bleibt eine Nachstimmung nicht aus. Aber immer wieder habe ich Spaß am wunderbaren Klang dieser Snare.
Nachdem ich bei der Band mit dem schönen weißen YAMAHA Set aufgehört habe, gab es erstmal eine Pause der Investitionen. Da ich wieder eine Band fand, welche ein Schlagzeug besaß (OK, OK, mal wieder ein PEARL [immer noch kein TAMA!]) konnte ich das Geld in schöne Becken investieren – wie schon oben erwähnt.
Irgendwelche E-Drum-Versuche will ich hier nicht weiter erwähnen, da alle einfach kläglich endeten. Lasst es einfach sein! Außer, ihr habt viel zuviel Geld! Ich hatte mir das DTExpress von YAMAHA zugelegt, welches auch gute Sounds hat. Aber die Ansteuerung der Sounds per Trigger zeigte sich als problematisch oder recht teuer. Also ab mit dem Dingern auf den Flohmarkt, etwas Bargeld aus der Keksdose und her mit dem eigenen Set:
YAMAHA Stage Custom Advantage 8“, 10“, 12“, 14“, 22“ (ich weiß – wieder kein TAMA) mit der guten Tom-Halterung und der besten Hardware, die ich je in der Hand hatte. In einem schönen Cherry Wood Red steht es vor mir und bereitet mir viel Spaß. So viel, dass ich mir nach kurzer Zeit wegen einer weiteren Band und ewigen Hin- und Her-Transporten ein 2. Set in Grün zulegte. Ich glaube, mehr Lob kann man einem Produkt nicht geben, als es 2-mal zu kaufen!
Und was ist besser als 2 Drum-Sets? … – … Richtig: 3 Sets!
Ein schönes altes Set aus den 70ern. Selten so schöne Drums gespielt. Ein gelbes YAMAHA (ja, ja, kein TAMA) mit den Maßen 12“, 13“, 16“, 22“. Mit kurzen Kesseln. Einem sehr netten Menschen abgekauft, der der Meinung war: “Das klingt eh nicht!“ Also gute Felle drauf, schön putzen und stimmen ... siehe da! GELB klingt besser. Dieser Meinung waren alle. Angefangen beim Schlagzeuger bis zum Mischer.
Dann aber gab es nur noch eine Band und also weg mit den anderen Sets, außer dem roten. Du kannst eh nur eins spielen!
Im Laufe der Jahre gab es immer wieder Versuche, am Set einen Background-Gesang zu machen. Nach viel Üben beim Autofahren und anderen Gelegenheiten habe ich nun einen Sänger, mit dem das auch funktioniert und der mir auch den Mut gibt, es zu optimieren.
Das erfordert natürlich ’ne Menge guter Leute an den Pulten, viele gute Monitore und anderes Equipment. Denn nur wer gut hört, kann auch gut singen.
Einen eigenen Monitormix zu realisieren heißt, tja, sich gegen seine Mitstreiter durchzusetzen.
Glaubt ihr nicht? Doch! Wieso brauchst du ...?? Und so weiter. Nach diversen Diskussionen und Investitionen hatte ich mein erstes eigenes Monitorrack. Bestückt mit Splitter, Mischpult, einer Schublade mit diversen Adaptern und einer Endstufe, um die Monitorbox anzusteuern.
Aber ich wollte ja auch singen und nicht nur hören. So entschied ich mich für ein SHURE SM 57. Ist halt mit seiner Ausrichtung die gute Wahl.
Im Moment gestaltet sich das Rack folgendermaßen: YAMAHA 16/2 EFX, DB Equalizer, eine 1-HE Endstufe für die Ansteuerung des Bass Shakers am Sitz, CD/DVD Player zum Üben und ein Kopfhörerverstärker für das In-Ear von SHURE. Wahlweise kommt auch der BigPhones zum Einsatz. Die Zusammenstellung des Racks und der Felle und viele andere Dinge übernimmt unser lieber Sven Meusel. Der Mann, der Alles möglich macht!
Als Mikrophone kommen an den Toms 2 alte RAMSA-Kondensatoren zum Einsatz, wahlweise auch SHURE SM 56, für die Bass Drum gibt es SHURE SM 52, die Overheads begnügen sich noch mit preiswerten THOMANN-Kondensatoren. Die Snare hat ein von Sven Meusel modifiziertes SHURE SM 57. Es ist kürzer und kann dadurch besser positioniert werden. Mein Gesang geht über ein SHURE SM 56. Die Felle mittlerweile gerne REMO Ambassador Power Stroke weiß und rauh! Die Stöcke sind mittlerweile auch eine echte Bank!
PROMARK 5B. Ganz einfach und sehr gut. Noch nie gebrochen, immer nur langsam gesplittert. Was ich von Carbon-Sticks nicht sagen kann! Diese brechen einfach ab!
Also Finger weg! Der Sound kommt vom Holz – so ist es und so bleibt es!
Der letzte Equipment-Neuzugang ist eine wundervolle PREMIER- (ja, ja, keine TAMA) Snare in 5½“ mit Metall-Kessel. Sie dürfte von 2000 sein. Das wird mir aber mit Sicherheit der Vertrieb von PREMIER sagen können.
Weitere Mittel zur Gestaltung unserer Musik kommen von der BECK`S Brauerei, einer griechischen Pommesbude in Bottrop, ChipsFrisch und ERDINGER alkoholfrei.
Zumindest der Snareständer ist von TAMA!!
To be continued!
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